Es ist schon erstaunlich.
Bei allen Blumen und Gewächsen im Garten beobachten wir einfach und finden es spannend, wie einzigartig alle sind.
Wir sagen: "Oh schau, wie interessant! Diese Pflanze da, sie trägt hunderte von Blüten und jede blüht nur eine Stunde lang! Und schau dort, interessant, bei dieser Pflanze gibt es nur ganz kleine, unscheinbare Blüten, aber weisst du, ihre Wurzel ist ein Heilmittel. Und dort, dieser Baum, er trägt keine Früchte - doch im Frühling ist er ein einziges Blütenmeer und ein Paradies für Insekten."
Bei den Pflanzen finden wir die Diversität spannend, interessant und nehmen sie als (gott)gegeben hin. Nie würden wir hingehen und sagen: "Ach, aber diese Pflanze da mit den kleinen Blüten und der Heilwurzel, die könnte doch noch viel effizienter sein, wenn ihre Blüten auch Heilkraft besässen, warum begnügt sie sich mit der Wurzel?"
Niemand würde über die Pflanze mit den hunderten von Blüten sagen: "Warum macht sie nicht einfach weniger Blüten und lässt sie dafür mehre Tage stehen? Das wäre doch viel vernünftiger!"
Oder bei dem Baum, der keine Früchte trägt..."Ja also dieser Baum, der macht etwas falsch. Ist er dumm dass er keine Früchte trägt?"
Kein Mensch würde so etwas über eine Pflanze sagen.
Doch mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst machen wir genau das. Wir gehen hin und bewerten und vergleichen und wissen wie dieser Mensch (oder wir selbst) besser sein sollte, was er falsch macht, wo er anders sein sollte...
Dabei sind wir Menschen doch genau wie die 1000 verschiedenen Pflanzen:
alle genau so richtig gemacht, wie sie sind.